| Ausgehend von klassischen Vorgehensweisen - etwa dem
Wasserfallmodell und seinen iterativen Varianten - haben wir mit unseren Partnern ein
pragmatisches und den jeweiligen Bedürfnissen anpassbares Grundmodell entwickelt:
Artefact Centered Project Management, kurz "ACPM". Die Idee ist so einfach wie effektiv: Um das Ziel nicht aus den Augen zu
verlieren, steht als ständige Leitfrage im Vordergrund: Was ist das Ziel? Die Antwort ist
ebenso einfach: Ein Artefakt. Dabei definieren wir ein Artefakt als alles, das
nachvollziehbar hergestellt wird: Pläne, Analysen, Modelle, Source Code, Berichte und
Dokumentationen. Allen Beteiligten muß zu jedem Zeitpunkt klar sein an welchen Artefakten
gerade gearbeitet wird. Milestones orientieren sich an den zu erstellenden Artefakten und
lassen sich nachprüfen. Resourcen können anhand der Übergänge geplant und verwaltet
werden.
Das konkrete Prozessmodell definiert dann zunächst die
Artefakte. Dazu kommen "Rezepte" - Beschreibungen, die die Übergänge von einem
Set von Artefakten zum nächsten definieren. Auch diese lassen sich aus dem Modell
ableiten, aus den Abhängigkeiten der einzelnen Artefakte: dieses Dokument wird von Hand
geschrieben, jenes Programm automatisch generiert, der Plan dort ergibt sich aus der
Schätzung.
Für verschiedene Anforderungen werden verschiedene
Prozessmodelle benötigt. Liegt das Ziel schon klar, so kann ein Wasserfallmodell
eingesetzt werden. Wird das Ziel noch auf dem genauer präzisiert, so muß ein
risikominimiertes evolutives Entwicklungsmodell benutzt werden. Unterschiedliche Modelle
benötigen auch unterschiedlichen Qualitätsstandards, die bei Fertigstellung der
Artefakte jeweils geprüft werden. Wenn möglich setzten wir auf anpassbare
Standardprozesse, die bereits getestet wurden.
Sie bestimmen das Vorgehen und kontrollieren die Qualität.
Abhängig von den jeweiligen Projektbedürfnissen können
verschiedene Prozesse aufgesetzt werden, in denen ACPM seine Stärken unterschiedlich
ausspielt:
- Die ökonomische Lösung: ACPM als Lenkmodell, unterstützt durch
wohldosierten Formalismus: bspw. "UML, homöopathisch".
- In klassisch-formalen Prozeßsituationen wird ACPM vor allem als
Risikomanagement-Instrument gewinnbringend genutzt. Die ständige Präsenz des
Artefaktmodells wirft wichtige Fragen auf: Sind überhaupt alle Informationen für eine
realistische Schätzung beisammen? In welcher Phase genau soll Dokumentation erstellt
werden? Wie gut kann die Vorhersagbarkeit sein, gemessen an der Präzision der
Zielvorstellung?
- Und schließlich kann ACPM in Projekten mit extremen
Randbedingungen zur Fokussierung beitragen - hier unterstützt durch Methoden des
"extreme programming" Modells.
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